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Mainaue Augsfeld

Heute war ich drei Stunden in der Mainaue Augsfeld bei Haßfurt unterwegs. Erster Anlaufpunkt war der Große Wörth, der dort meistens und so auch heute der interessanteste Beobachtungsplatz ist.


Vom dortigen Beobachtungsturm war allerdings noch nicht viel zu sehen, lediglich ein Eisvogel am benachbarten Sichelsee. Der flächenmäßig größere Wörth war dagegen schon von weitem interessanter, da durch die lange Hitzewelle der letzten Wochen und Monate gigantische Schlickflächen freigelegt wurden. Dort angekommen ließ sich auch eine ganze Reihe an Limikolen beobachten: Insgesamt waren es 28 Kiebitze, zwei Bekassinen, zwei Bruchwasserläufer, vier Flussuferläufer und ein diesjähriger Zwergstrandläufer, der hier tief im Binnenland keinesfalls häufig zu sehen ist. Abgesehen davon nutzten die weiten Sandbänke auch dutzende Kormorane, Graureiher und Kanadagänse zum Jagen oder Dösen. Nur kurz wurde die friedliche Zusammenkunft von einer über dem Wasser patroullierenden Rohrweihe unterbrochen.


Soweit war es schon einmal ein guter Einstieg in den Tag, doch es sollte noch besser kommen, schließlich hielt sich für gut und gern 10 Minuten ein junger Grünspecht nur wenige Meter vor mir auf dem Weg auf. Im Anschluss kontrollierte ich die angrenzenden Grünflächen und Äcker des Wasserschutzgebietes auf Greifvögel, wobei immerhin zwei weitere Rohrweihen, zwei Mäusebussarde und vier Turmfalken zusammenkamen.


Schließlich ging es noch zum zweitbesten Beobachtungspunkt in der Umgebung, dem Hochreinsee. Dort angekommen musste ich allerdings leicht enttäuscht feststellen, dass nicht eine einzige Limikole zu sehen war, obwohl nur wenige Tage zuvor noch dutzende und auch interessante Arten hier festgestellt wurden. Anstattdessen gründelten zwei Knäkenten sowie zahlreiche Gänse vor der Kormoraninsel, darunter auch acht Rostgänse. Gerade als ich diese beobachtete, flog ein adulter Nachtreiher am Beobachtungsstand vorbei, was ich allerdings zu spät bemerkt habe und daher die regionale Rarität nicht dokumentieren konnte. Daraufhin wartete ich noch einige Minuten, um vielleicht noch einmal den seltenen Gast zu Gesicht zu bekommen. Das allerdings war mir nicht vergönnt, jedoch zeigte sich die vierte Rohrweihe des Tages und auch eine Zwergdommel konnte kurz darauf zumindest gehört werden.

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