Norfolk II - Blakeney Point

Da es momentan nichts Interessantes über die fränkische Vogelwelt zu berichten gibt, komme ich wieder auf meinen Norfolk - Urlaub Anfang August zurück (siehe hier für Teil 1). Dieses Mal sind meine Beobachtungen am Blakeney Point an der Reihe, einer merkwürdig geformten Halbinsel, die an die Cley Marshes angrenzt. Laut meinem Buch soll dieser Ort eine geradezu magische Anziehungskraft für rastenden Seltenheiten im Herbst besitzen und im Sommer einer großen gemischten Seeschwalben-Kolonie als Nistplatz dienen. Obwohl August weder für Zug- noch für Brutvögel ein guter Monat ist, habe ich dennoch einen Besuch gewagt.

 

Wie schon bei den Cley Marshes bin ich an der Bushaltestelle am Informationszentrum bei Cley-next-the-Sea gestartet. Die erste (und auch letzte) Meile verlief auf Asphalt zum Strand, von wo ab man stets in westlicher Richtung auf dem Kiesstrand laufend zum Informationszentrum von Blakeney Point gelangt. Das mag sich einfach anhören, doch es handelt sich hierbei um eine anstrengende und recht monotone Wanderung, die zwar im Herbst sehr ergebnisreich sein kann, aber in meinem Fall der Jahreszeit geschuldet nur relativ wenige Vögel erbrachte. Insgesamt habe ich für eine Wegstrecke gut 1 1/2 Stunden gebraucht.

 

Austernfischer
Austernfischer
Zwergseeschwalbe
Zwergseeschwalbe

Nun soll es aber tatsächlich um die Vögel von Blakeney Point gehen: Schon von Beginn ab konnte ich zahlreiche Seeschwalben beobachten, die entlang des Strandes in Richtung ihrer Kolonie flogen, um ihre Jungtiere mit Fisch zu versorgen. Bei den meisten wird es sich wohl um Brand- und Zwergseeschwalben gehandelt haben, wobei laut meinem Buch auch Fluss- und Küstenseeschwalben an besagtem Ort brüten sollen. Schade nur, dass die Kombination aus großer Entfernung und schnellen Bewegungen gute Fotos fast unmöglich gemacht hat.

 

Wenig später kamen dann auch schon die ersten Limikolen in Sicht: Allen voran meine erste Pfuhlschnepfe, die noch ihr schönes Prachtkleid zeigte. Kurz darauf kamen auch noch zwei Knutts, Steinwälzer, Regenbrachvogel, Sanderling und Sandregenpfeifer hinzu.

 

Lifeboat House
Lifeboat House

Nach einer halben Ewigkeit kam dann endlich das blaue Lifeboat House in Sicht, welches jetzt als Informationszentrum des Naturschutzgebietes dient. Auf einem schmalen Pfad ging es weg vom Strand durch ein sehr buschiges Areal, das für Zugvögel im Herbst einen reich gedeckten Tisch bieten muss. Mögen zur richtigen Zeit hier auch seltene Arten wie Grünlaubsänger und Zwergschnäpper erwartet werden können, so blieb heute das Gelände lediglich dutzenden Bluthänflingen und Wiesenpiepern vorbehalten.

 

Leider musst ich - das Lifeboat House gerade eben erreicht - auch schon wieder umdrehen, um noch den richtigen Bus zu erwischen. Auf dem Rückweg schließlich hörte ich noch einmal die aufgeregten Rufe der Zwergseeschwalben, die einen Wanderfalken vertrieben. Sicherlich ein Highlight des heutigen Tages.

 

Pfuhlschnepfe
Pfuhlschnepfe
Austernfischer
Austernfischer

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