Garstadt

Auch wenn das heutige Wetter nicht sehr einladend ausgesehen hat, habe ich doch einen Ausflug zu den Garstädter Seen unternommen, einem sehr ergiebigen Gebiet, für das man aber mindestens zwei Stunden benötigt. Jedoch hat sich der Besuch voll ausgezahlt.

 

Schon vom Beobachtungsturm aus ließen sich unzählige Wasservögel beobachten, die entweder auf dem Wasser schwammen oder auf den Sandbänken nach Nahrung suchten. Es gab dutzende Schnatterenten und auch Kormorane sowie Grau- und Silberreiher (leider dafür nicht einmal ein einziger, der hier seit Jahren brütenden Purpurreiher) waren zahlreich vorhanden. Auch die Zwergtaucher waren gut vertreten, im Gegensatz zu den zwei recht einsamen Tafelenten. Zwar ist die Hitzewelle mittlerweile wieder beendet, doch die Folgen lassen sich hier in Garstadt trotzdem noch sehen: Fast überall sind nämlich gewaltige Sandbänke sichtbar. Über den Regenmangel mögen sich Bauern zwar wenig freuen, die Limikolen dafür um so mehr, die jetzt ideale Rastbedingungen vorfinden. Insgesamt waren sechs Arten identifizierbar: Bruch- und Waldwasserläufer, Flussuferläufer, Bekassine, Alpenstrandläufer und Flussregenpfeifer.

 

Nun kommen wir auch schon zu den Greifvögeln, die doch erstaunlich gut vertreten waren mit zwei Fischadlern, drei Turmfalken, einem Habicht und vier Mäusebussarden. In den angrenzenden Büschen waren zu mindest zwei Trauer- und Grauschnäpper zu sehen, die offenbar einzigen Singvögel, die diese zur Rast nutzten. Dafür zogen hunderte Rauch-, Mehl- und Uferschwalben über dem Wasser, dem Wald und den Feldern ihre Kreise.

 

Jetzt noch jede weitere gesichtete Vogelart zu benennen hätte sicherlich keinen Sinn und daher nur noch das imposante Ergebnis des Ausflugs: 53 Arten. Und dabei bin ich noch gar nicht auf das eigentliche Highlight des Tages zu sprechen gekommen. Während  ich nämlich um den See herumgegangen bin, habe ich versehentlich eine kleine Gruppe von Reihern aufgescheucht, sodass ich nur noch ein Bild schießen konnte. Jetzt zu Hause fiel mir auf eben diesem Bild auf, dass ein Silberreiher offensichtlich einen roten Ring mit der Nummer 346 trug. Auf der Vogelberingungsseite cr-birding.org fand ich schließlich heraus, dass der Reiher vermutlich in Ungarn beringt wurde!

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