Frühlingserwachen

Für viele Vogelbeobachter gibt es einen speziellen Vogel, der für sie den ornithologischen Frühlingsanfang darstellt. Das können die ersten Schwalben, Steinschmätzer oder auch die erste singende Amsel sein. Für mich ist dieser spezielle Vogel das Blaukehlchen, farblich wirklich einmalig und immer eine Freude zu sehen und zu hören. So trifft es sich gut, dass es im Maintal ein häufiger Brutvogel ist und ab Ende März dort regelmäßig angetroffen werden kann. Das einzige Problem mit ihnen ist, dass sie nur für wenige Wochen beobachtet werden können, da sie später im Frühjahr nicht mehr singen und aus diesem Grund in den dichten Schilfgürtel praktisch unsichtbar sind, auch wenn die auffällige Kehl- bzw. Schwanzzeichnung das nicht vermuten lassen würde.

 

Na ja, heute jedenfalls waren die ersten am Großen Wörth lauthals am Singen oftmals frei auf exponierten Ästen sitzend, was das Photographieren deutlich vereinfacht hat. Am Turm gab es dann dazu noch einen überfliegenden Schwarzmilan und dutzende Rauchschwalbe, unter die sich auch meine erste Mehlschwalbe des Jahres gemischt hatte. Die Luft war dabei nicht nur von umherfliegenden Schwalben sondern auch von den Gesängen von Zilpzalps, Heckenbraunellen und Fitissen erfüllt. So weit schon einmal kein schlechter Anfang.

 

selbsterklärend

Im Winter wäre ich nach dem obligatorischen Turmbesuch nur noch zum Ufer weitergegangen, um dort mit dem Spektiv kurz die Wasservogellage zu sondieren, schließlich ist der See annähernd kreisrund und somit sehr übersichtlich. Das mag mit Wasservögeln noch gut funktionieren, aber mit rings um den See rastenden Singvögeln klappt das ganz gewiss nicht. Also führte kein Weg um die große Runde herum.

 

Mein Ziel war es, weitere Blaukehlchen zu beobachten und die bereits akustisch wahrgenommenen Fitisse auch visuell zu verifizieren. Das blieb aber Wunschdenken, denn ich sah nur noch ein weiteres Blaukehlchen, wie es in einiger Distanz zwischen den Büschen auf dem Boden emsig nach Nahrung suchte. Von den Fitissen zeigte sich kein einziger und da ich momentan mit meinem Tonaufnahmegerät Probleme habe, konnte ich nicht einmal den Gesang aufnehmen. Das wäre jedoch notwendig gewesen, denn einer von ihnen sang ähnlich wie einst (Mai/Juni 2015) der Mischsänger bei Gaustadt. Man kann eben nicht alles haben.

 

Zu allem Überfluss fing es auch noch an, zu regnen, weshalb die zweite Rundenhälfte etwas zügiger vonstatten ging. Leider waren auch die Wasservögel recht unspektakulär, welche sich hautpsächlich aus Reiherenten und nicht aus Löffelenten - wie es vor kurzem im Internet gemeldet war - zusammensetzten. Auf der Rückfahrt jedoch machte ich mit zwei Rohrweihen den vierten Jahreserstling des Tages aus, ein versöhnlicher Abschluss eines erfolgreichen Ausfluges. 

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Kommentare: 2
  • #1

    Lukas Sobotta (Montag, 04 April 2016 12:17)

    Tolle Fotos vom Blaukehlchen. Ich hatte dieses Wochenende (02.04.2016) ebenfalls Glück und konnte zwei Blaukehlchen im NSG "Mohrhof" beobachten.

  • #2

    Birding Franconia (Montag, 04 April 2016 12:46)

    Vielen Dank! Blaukehlchen zu beobachten ist immer etwas Schönes.