Er ist wieder da

Endlich verfüge ich wieder über etwas mehr Zeit als in den letzten zwei Wochen. Tatsächlich war ich entgegen meiner Erwartung auch einige Male im Feld unterwegs, jedoch hatte ich keine Zeit, diese Beobachtungen hier aufzubereiten. In ein paar Tagen hoffe ich, einige Bilder aus diesem Zeitraum zeigen zu können. Heute jedoch geht es um das zweifellose Highlight der letzten Woche, um einen Vogel, den ich nie wieder erwartet hätte zu sehen.

 

So war ich am Dienstagabend an der Deponie Gaustadt unterwegs, ein kleines, aber lohnendes Gebiet mit brütenden Dorngrasmücken, Neuntötern und anderen. Wenn ich dabei überhaupt Erwartungen hatte, dann war es höchstens, ein paar vorzeigbare Bilder zu schießen und nicht zu sehen, was ich gesehen habe. Kurzum ich erreichte die erste Wegbiegung und hörte einen Vogelgesang, der ungewöhnlich und mir doch so gewöhnlich erschien. Es scheint fast unglaublich, doch der Mischsänger ist wieder da! Derselbe Vogel, der mich letztes Jahr mehr als einen Monat beschäftigt hat und vielen auch erfahrenen Vogelbeobachtern (aus Deutschland und außerhalb) nach wie vor ein Rätsel ist. Die bisher schlüssigste Theorie ist, dass es sich um einen Mischsänger Fitis x Taigazilpzalp handelt.

 

Aus gegebenem Zeitmangel konnte ich den Vogel nicht allzu ausgiebig beobachten, sondern hatte nur Gelegenheit für eine kleine Serie Belegbilder und ein Video. Schien der Vogel in natura im Vergleich zum letzten Jahr sich kaum verändert zu haben, so zeigte er auf den Bildern eine wesentlich grauere Färbung auf der Oberseite und allgemein viel mehr Gelb im Gefieder. Sein fast schon einzigartiges braun-weißes Aussehen ist daher verschwunden, weshalb er nun den "gewöhnlichen Fitissen" wesentlich ähnlicher sieht. Aufgrund dieses Unterschieds bin ich mir nicht mehr sicher, ob es sich um dasselbe Individuum handelt, was natürlich viele neue und alte Fragen aufwirft. Ist es ein Nachkomme des Mischsängers? Was ist der Mischsänger? Woher kommt er? etc. etc. 

 

Nichtsdestotrotz gibt uns dieses erneute Auftreten des Mischsängers die Möglichkeit, den Vogel nach wie vor zu studieren und ihm so vielleicht seine noch bestehenden Geheimnisse zu entlocken. Meine stille Hoffnung ist, dass der Vogel irgendwann gefangen, beringt und vielleicht sogar seine DNA analysiert wird.

 

Wir werden sehen, was die nächsten Wochen bringen.

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