Tour durch Unterfranken

Vor einiger Zeit hatte ich bereits erwähnt, dass es eine neue Edition der Broschüre geben wird, welche irgendwann im nächsten Jahr erscheinen soll. Heute kann ich offiziell bekannt geben, dass der Entwicklungsprozess begonnen hat. Schließlich war es Ziel des heutigen Tages, einige Gebiete aus Unterfranken näher kennenzulernen, um sie ggf. in dieser nächsten Edition berücksichtigen zu können. Los ging es mit einem weiteren Gebiet für eine der Toparten Frankens, dem Ortolan. Dafür hatte ich den Dorfkulturweg bei Willanzheim ausgewählt, etwa eine Fahrstunde von Bamberg entfernt.

 

Hatte das Wetter am Morgen in Bamberg noch schön ausgesehen, so war der Himmel in Willanzheim um 8 Uhr bereits komplett bewölkt. Nichtsdestotrotz war es ein schöner Rundweg, auf dem zuverlässig Ortolan, Grauammer und Turteltaube beobachtet oder zumindest vernommen werden konnten. Nur Wiesenweihe und Halsbandschnäpper haben nicht geklappt, was allerdings bei Letzterem angesichts der Jahreszeit kein Wunder ist, schon letzte Woche war die Gesangsaktivität praktisch Null gewesen.

Im Anschluss ging es zu einigen Feuchtgebieten in der Umgebung, die eine überraschende Vielzahl an Brutvögeln aufweisen. Das erste Gebiet war der Hörnauer See und die ihn umgebende Weiheranlage mit ihren breiten Schilfgürteln. Zwar war die Uhrzeit nicht gerade günstig, trotzdem ließen sich Jungen führende Kolbenenten, scheinbar zahllose Rohrsänger und Rohrweihen ohne Probleme lokalisieren. Leider stand das Licht nicht unbedingt günstig, sodass sich nur wenige Möglichkeiten für ansprechende Bilder ergaben.

 

Auf dem Weg zum dritten und letzten Gebiet entdeckte ich schließlich einen mittelgroßen Greifvogel, der tief über die Felder hinwegstrich. Nach ein paar Belegbildern war ich durchaus erstaunt, auf dem Kamera-Display eine weibliche Wiesenweihe vorzufinden, die Nestmaterial im Schnabel trug. Kein schlechter Nachweis, denn meinem Kenntnisstand nach liegt der Beobachtungsort außerhalb der bekannten Brutplätze im südlichen Maindreieck.

 

Kurz darauf befand ich mich schon beim letzten Halt auf dieser Tour, beim Naturschutzgebiet "Alter und Neuer See bei Mönchstockheim". Beide Seen sind aufgrund ihres sehr breiten Schilfgürtels für Brutvögel äußerst interessant. Beispielsweise brüten hier die einzigen Schwarzhalstaucher in Unterfranken, von denen sich auch ein einzelnes Exemplar hat blicken lassen.Trotz dieses augenscheinlichen Vogelreichtums sind die beiden Seen zum Vögel beobachten - zumindest so spät im Jahr - nur bedingt zu empfehlen, da es kaum Möglichkeiten gibt, auf die Wasserflächen zu blicken. Hier muss ich noch überlegen, ob ich sie in die Broschüre aufnehmen werde.

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