Ein Blick hinter die Grenze

Heute ging es Richtung Norden, genauer gesagt zu dem Streifen, der noch vor knapp 30 Jahren das Ende der westlichen Welt markierte. Jetzt mag das nur noch schwer begreiflich sein, aber die ehemals innerdeutsche Grenze ist nur eine Autostunde von Bamberg entfernt. Damals war sie zweifellos ein lebensfeindlicher Ort, heute kann sie dagegen auf einer Länge von gut 1400 km zahlreichen seltenen Tieren gute Lebensbedingungen bieten, so brüten sowohl Braun-, als auch Schwarz- und Blaukehlchen in genau demselben Streifen. Auf ornitho.de konnte ich nicht viele Beobachtungen finden, jedoch erschien das Gebiet südwestlich von Adelhausen, die sog. "Bischofsau", ein geeigneter Startpunkt zu sein.

 

Hier erwies sich jedoch meine Vorbereitung auf den Ausflug als zu oberflächlich, da der eigentlich an einen Flurbereinigungsweg erinnernde Kolonnenweg, der parallel zur Grenze auf thüringischer Seite verläuft, auf seinen ersten Metern durch ein unpassierbares Schilfgebiet zu führen schien. Somit hatte ich keine Wahl und musste einen weiten Bogen über die bayerische Seite schlagen, was mich zusätzliche 45 Minuten gekostet hat, um auf den tatsächlichen Kolonnenweg zu kommen. Dort gab es aber auch schon unmittelbar eine Entschädigung in Form eines juvenilen Braunkehlchen. Diese Art scheint hier wirklich noch eine "Allerweltsart" zu sein, da ich bereits wenige Minuten später zwei singende Männchen und später am Ortsrand von Adelhausen ein Pärchen aufgetrieben hatte.

Eigentlich hätte der Plan jetzt darin bestanden, die insgesamt 2 Kilometer bis zum Ende des Naturschutzgebietes zu gehen. Das wurde allerdings schon nach 200 Metern jäh beendet, als ich über ein wahrscheinlich missverständliches Schild stieß. Da ich kein Risiko eingehen wollte, kehrte ich an dieser Stelle wieder um in der Hoffnung, später zu Hause mehr darüber herausfinden zu können. Im Anschluss stieß der Kolonnenweg nach ein paar hundert Metern wieder auf dasselbe Schilfgebiet, das ich am Anfang meines Ausfluges nicht durchqueren konnte, knickte hier jedoch nach Norden ab und führte über eine kleine Kläranlage zum Ortskern von Adelhausen. Auf dem Zaun erwähnter Kläranlage ließ sich schließlich noch meine zweite Zielart, das Schwarzkehlchen, zuverlässig feststellen, welches allerdings intensiv warnte. Deshalb entfernte ich mich auch schnell wieder, um unnötige Störungen zu vermeiden.

 

Summa summarum hat der Grenzstreifen bei Adelhausen einiges zu bieten und verdient es, häufiger besucht zu werden. Bevor ich jedoch genauere Details dazu bieten kann, muss und werde ich noch Nachforschungen zu einigen Details anstellen müssen.

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