Kleine Zugpause

Es ist Mitte September und der Vogelzug ist in vollem Schwung. Was könnte man sich mehr wünschen? Mit dieser Motivation ging ich fast jeden Morgen in dieser Woche los zu einer neuen Vogelbeobachtungsrunde. Wer weiß denn schon, was im nächsten Busch rastet?

Leider blieben alle Hoffnungen, die ich mir diesbezüglich gemacht hatte, nur Wunschdenken.

 

Zunächst fiel mir auf, dass trotz z.T. hervorragender Rastflächen, nur sehr wenig Limikolen von ausschließlich häufigen Arten zu sehen waren.

 

Noch ärgerlicher für mich war allerdings, eine hier sehr seltene Sperbergrasmücke verpasst zu haben. Einen ganzen Nachmittag verbrachte ich mit der leider ergebnislosen Suche nach dem unscheinbaren Singvogel.

 

Jedoch muss man auch die positiven Dinge der Woche hervorheben und dazu gehört zweifellos mein Zwischenstopp am Altmühlsee am Dienstag (13. September). Zwar war dieser Tag offenbar ebenfalls eher ruhig am See und die Limikolenzahl  und -vielfalt eher gering, jedoch war die Menge an Kiebitzen, Großen Brachvögeln und vielen weiteren eine wahre Kompensation für die Tage davor. So dauerte es nicht allzu lange, bis ich eine Pfuhlschnepfe unter den häufigeren Limikolen entdecken konnte, die im Binnenland nur in sehr geringer Zahl auftritt und dementsprechend auch meine erste in Deutschland war. Die zwei Temminckstrandläufer dagegen waren zwar einfach zu entdecken, aber aufgrund der Entfernung nicht einfach zu bestimmen. Insgesamt habe ich wohl gut zwei Stunden auf dem Beobachtungsturm verbracht die rastenden Limikolen immer und immer wieder nach etwas Besonderem durchsuchend. Ein wahrer Genuss!

 

Limikolen ohne Ende am Altmühlsee
Limikolen ohne Ende am Altmühlsee
Turmfalke mit Libelle
Turmfalke mit Libelle

Leider ging es die Woche danach nicht viel besser weiter, allerdings mit vertauschten Vorzeichen. Dieses Mal waren die Vögel nicht das Problem, sondern lediglich mein geringes Zeitbudget. Auf ornitho.de wurden beinahe jeden Tag schöne Beobachtungen aus der Umgebung gemeldet. So konnten am Großen Wörth, meinem Stammgebiet, 17 (!) Alpenstrandläufer beobachtet werden, was sicherlich einen Rekord für die Region darstellt.

Somit kann ich lediglich hoffen, in nächster Zeit häufiger herauszukommen.

Keine Limikolen auf den Sandbänken am Großen Wörth, sondern nur eine Rostgans
Keine Limikolen auf den Sandbänken am Großen Wörth, sondern nur eine Rostgans

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