Zurück im Frankenland

Die letzten Wochen war es sehr ruhig hier auf dem Blog, das lag v.a. daran, dass ich mich für drei Wochen in Israel aufgehalten habe. Dieses ist nebenbei gesagt nicht nur ein wunderschönes Land, sondern auch ganz ausgezeichnet zum Vögelbeobachten geeignet. Mehr darüber werde ich in Kürze an dieser Stelle berichtet, jetzt soll es aber erst einmal um einige aktuelle Beobachtungen gehen:

 

Das erste Ziel heute war der Schlangenweg bei Zell a. Ebersberg, der durch einen alten und fast unbewirtschafteten Laubwald führt und daher eine ganze Reihe interessanter Waldvogelarten bietet. Vor allem das Vorkommen von drei Fliegenschnäpperarten macht dieses Gebiet so besonders, von denen ich mir bei meiner Tour wenigstens zwei erhoffte. Doch auf dem ersten Kilometer gab es abgesehen von Waldlaubsängern, Sommergoldhähnchen und Hohltauben nur wenig zu sehen. Es dauerte eine ganze Weile bis ich in einiger Entfernung einen Halsbandschnäpper singen hören konnte. Dieser veränderte kurz darauf seine Position und kam glücklicherweise sehr nah an den Weg heran, sodass ich ihn auch mit der Kamera festhalten konnte.

 

Trotz dieser schönen Beobachtung ist es schockierend, dass ich letzten Endes - einen weiteren Rufer mitgerechnet - nur zwei Halsbandschnäpper lokalisieren konnte und keinen einzigen Trauerschnäpper. Ich kann nur hoffen, dass das am zugegebener Maßen späten Start lag und nicht an einem starken lokalen Bestandsrückgang.

Halsbandschnäpper
Halsbandschnäpper

Im Anschluss fuhr ich dann weiter zum Großen Wörth, der - wie schon einige Male festgehalten - zu meinen Lieblingsgebieten hier gehört. Vor der üblichen Runde um den See machte ich noch einen Abstecher zum angrenzenden Flugplatz, um noch die dort lebenden Grauammern beobachten zu können. So dauerte es keine fünf Minuten, bis ich den so typischen, klirrenden Gesang dieser Ammerart vernehmen konnte.

 

Vom weithin sichtbaren Beobachtungsturm ließen sich Rohrammer, Teich- und Drosselrohrsänger binnen weniger Minuten entdecken, von den Zwergdommeln gab es heute allerdings keine Spur. Vermutlich hätte ich für Letztere noch etwas mehr Geduld haben müssen. Auf dem Rundweg hörte ich schließlich die vertrauten Gesänge von einigen Arten, die ich bisher in diesem Jahr noch nicht beobachten konnte, da sie noch nicht von ihren Winterquartieren heimgekehrt waren, als ich Deutschland im April verlassen hatte, darunter Kuckuck, Gartengrasmücke und Nachtigall.

 

Auf den Sandbänken am gegenüberliegenden Ufer standen heute einige Großmöwen, was im Spätfrühling ein etwas ungewöhnlicher Anblick ist. Zwar gehört die Mittelmeermöwe zu den seltenen Brutvögel in Franken, aber zu mindest die ebenfalls anwesenden Steppenmöwen sind eigentlich nur im Winter hier anzutreffen. Vermutlich hängt dies mit der Ausbreitung dieser Art in den letzten Jahren zusammen. Dazwischen suchten einige Kiebitze und ein Pärchen Flussregenpfeifer nach Nahrung. Somit komme ich heute auf insgesamt 62 Arten, von denen ich 8 in diesem Jahr bisher noch nicht beobachten konnte.

Bachstelze
Bachstelze
Mittelmeermöwe
Mittelmeermöwe
Steppenmöwe
Steppenmöwe

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