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Wohltuende Abwechslung

In den letzten beiden Wochen haben sich meine Ausflüge v.a. auf das Obere Maintal zwischen Lichtenfels und Bamberg konzentriert. Das lag weniger daran, dass dort so viel zu sehen gewesen wäre, sondern dass die enttäuschenden Zahlen Hoffnung auf einen baldigen Schub im Vogelzug machten. Doch das dauerhafte Hoch sorgte dafür, dass sich an der Rastvogelkonstellation wenig änderte. Höchste Zeit also nach ein wenig Abwechslung zu suchen. Die Wahl fiel intuitiv auf den Goldbergsee, den ich tatsächlich schon seit Längerem nicht mehr besucht habe. Wie überall anders auch hatte die andauernde Hitzewelle auch dort großflächige Schlickflächen freigelegt. Normalerweise wäre das keiner großen Erwähnung mehr wert, doch in den letzten Jahren hatte der Goldbergsee wenig für rastende Limikolen zu bieten, da er für diese zu spät abgelassen oder im Wasserstand abgesenkt wurde. Durch diesen "natürlichen", niedrigen Wasserstand hatte sich das in dieser Saison aber geändert.

 

Bei meinem Besuch hielt ich mich mit den beiden Teilen des Grundsees nicht weiter auf. Gänse, Enten und Reiher waren zwar bei einem oberflächlichen Schwenk mit dem Spektiv in reichlicher Zahl vorhanden, aber mein Ziel waren ja vorranging die am Biotopsee rastenden Watvögel. Daher ging es ohne größere Verzögerungen zum Beobachtungsturm an der Bahnlinie, von dem man diesen gut einsehen kann. Die Beobachtungsentfernungen sind in der Regel groß, weshalb ein Spektiv nicht zu verachten ist. So ließen sich ohne größere Probleme an der Uferlinie Alpenstrandläufer, Bekassine, Grünschenkel und Bruchwasserläufer ausmachen. Am Nordostufer fiel mir ein weiterer Strandläufer auf, den ich aufgrund von Statur und der kontrastreichen Zeichnung als Zwergstrandläufer bestimmen konnte. Ergänzt wurde dieser Anblick durch dutzende Grau- und Silberreiher, sowie etliche Krick-, Schnatter-, Knäk-, Löffel- und Spießenten. Das Sahnehäubchen war da noch ein Fischadler, der hin und wieder einen Versuch unternahm, einen Fisch aus dem See zu fangen.

Ostufer des Biotopsees
Ostufer des Biotopsees

Mit diesem Ergebnis konnte ich schon wirklich zufrieden sein, die Entfernungen hatten aber brauchbare Aufnahmen weitgehend verhindert. Doch auch in dieser Hinsicht sollten meine Erwartungen mehr als erfüllt werden. An der Stelle, wo Grund- und Biotopsee nämlich verbunden sind, hatte sich eine gute einsehbare Sandbank gebildet, auf der Sandregenpfeifer, Alpenstrandläufer und Bekassine quasi aus nächster Nähe beobachtet werden konnten. Die Anwesenheit von mehreren Beobachtern schien für sie keineswegs beängstigend zu sein, immerhin kamen die Limikolen sogar noch näher an den Weg heran. Wurde die Speicherkarte meiner Kamera an diesem Tag bisher kaum belastet, so schoss ich allein an dieser letzten Stelle knapp 300 Bilder. Eine kleine Auswahl davon ist im Slider zu sehen:

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