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Die kleinen Freuden

Nach einer dreimonatigen Ruhepause gibt es wieder etwas zu berichten, allerdings eher von den kleinen Freuden des Alltags als von unvorhergesehenen oder wenigstens erwähnenswerten Wintergästen. Ganz überraschend zeigten sich bei einem morgendlichen Spaziergang viele Vögel aus kurzer Distanz, ohne sich von einem Photographen im Hintergrund stören zu lassen. Kaum hatte ich die Haustüre durchschritten, schon fiel mir ein weiblicher Buntspecht auf, der anscheinend ein kleines Nahrungsdepot in einem Baum direkt gegenüber anlegte. Anstatt, wie es sonst so oft geschieht, sogleich wegzufliegen, wartete die Spechtdame ganz geduldig, bis die Szene auch sicher abgelichtet war.

 

Bis zum nächsten Motiv musste ich dann auch nicht lange warten. Durch die typischen melancholischen Pfiffe machte ein Gimpelpärchen auf sich aufmerksam, die, wie sich herausstellte, prompt im Baum über mir nach Nahrung suchten. Ein nicht weniger kooperativer Eichelhäher, ebenfalls dabei, Nüsse in etliche Verstecke in Sicherheit zu bringen, setzte sich immer wieder frei auf verschiedene Äste und war so gut zu photographieren.

Beim Spaziergang am Altmühlufer setzte sich die Reihe glücklicher Zufälle lückenlos fort. An einer kleinen Bucht suchte ein Silberreiher konzentriert nach Nahrung, ohne sich an vorbeilaufenden Passanten, Joggern oder an mir zu stören. Immer wieder wühlte er zuerst mit seinen Füßen den Boden auf, um dann blitzschnell nach den aufschwimmenden Fischen zu schnappen. Und das mit einer beeindruckenden Erfolgsquote, wenngleich das bei der durchschnittlichen Fanggröße von wenigen Millimetern bis Zentimetern wohl auch nötig war. In jedem Fall ein weiteres, sehr dankbares Motiv.

Am Wendepunkt des Spaziergangs flogen einige Gänsesäger ein, die zwar immer wieder Anstalten machten, sich zu entfernen, dann aber doch wieder näher kamen und so ebenfalls schöne Bildmöglichkeiten boten. Ein kleines Highlight zum Abschluss war schließlich ein völlig atypischer Eisvogel, der nicht am Ufer des Flusses, sondern an einem Gartenteich saß und nach Goldfischen Ausschau hielt. Auch er flog nicht sofort  bei Augenkontakt mit dem Photographen ab, sondern ließ sich ein wenig Zeit auf seiner Warte um dann erst in einem Apfelbaum (!) zwischenzulanden und letztlich doch endgültig den Platz zu räumen.

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Kommentare: 3
  • #1

    Sepp Stahl (Dienstag, 07 Dezember 2021 18:20)

    Wirklich schöne Fotos, und dass ohne stundenlanges Ansitzen.
    Ich bin begeistert!

  • #2

    Stefan Stroessenreuther (Montag, 13 Dezember 2021 16:32)

    Hier im Fichtelgebirge sind alle Teiche bereits zugefroren. In einem mir bekannten Eisvogel Revier, hat der Eisvogel (Fridolin) auch das weite gesucht. Hoffe, dass der kleine Kerl gut durch den Winter kommt.

  • #3

    Jasmin (Mittwoch, 09 März 2022 17:31)

    Wirklich großartige Fotos!