Grettstadt

In Franken existiert eine isolierte Teilpopulation des Ortolans, die einzige in Süddeutschland. Diese attraktive Ammerart benötigt unter anderem eine sehr abwechslungsreiche Vegetation, die allerdings durch die intensive Landwirtschaft vieler Orts verloren gegangen ist. Daher sind die fränkischen Bestände auch rückläufig. Zwischen Grettstadt und Sulzheim kann diese Art bislang allerdings noch zuverlässig angetroffen werden. Die beste Tageszeit liegt um den Sonnenauf- bzw. untergang.

Vogelarten

Brutvögel:

Baumpieper, Halsbandschnäpper, Mittelspecht, Nachtigall, Neuntöter, Ortolan, Schwarzspecht, Turteltaube, Wachtel, Wendehals

 

Anfahrt

Mit dem Auto: Man verlässt die Autobahn A 70 (Bamberg - Schweinfurt) an der Ausfahrt 8 “Gochsheim” und folgt der Straße in Richtung Gochsheim, das auch kurz darauf erreicht wird. Von dort aus folgt man der Straße in Richtung Grettstadt, welches nicht mehr weit entfernt liegt.


Nachdem man Grettstadt passiert hat (in Richtung Sulzheim), ist der Parkplatz nur noch wenige weitere Kilometer entfernt. Als erstes fährt man an einem Waldstück rechts, danach einem kleinen Wäldchen links vorbei. Nach dem letzten Wald biegt man in den ersten Weg nach rechts ein, wo auch eine kleine Baumgruppe steht.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Es gibt keine günstige Bahnanbindung, allerdings ist die 13 Kilometer lange Strecke vom Schweinfurter Hbf nach Grettstadt über Gochsheim mit dem Fahrrad durchaus machbar. Alternativ kann man auch mit der Buslinie 8160 von Schweinfurt aus fahren, sie hält sowohl in Grettstadt als auch im weiter südlich gelegenen Ort Sulzheim. 


Ortolan
Ortolan

Aktuelle Beobachtungen: >>>hier<<<

Beobachtungsmöglichkeiten

 

Am Parkplatz wird man wahrscheinlich noch keine Ortolane beobachten können. Zunächst muss man dem Hauptweg ein paar hundert Meter nach Westen folgen. Auf der linken Seite liegt eine abwechslungsreiche Mischung aus Bäumen, Hecken und Büschen, die ein zuverlässiger Ort für Neuntöter, Wendehals und Turteltaube sind. Manchmal rufen auch Wachteln aus den umliegenden Feldern. Schließlich kommt man zu einer sehr langen Baumreihe, die beinahe parallel zur Straße verläuft (1). Dahinter muss man auf einen kleineren Weg nach rechts abbiegen, der entlang dieser Baumreihe Richtung Norden verläuft. Nach beinahe zwei Kilometern mündet der Weg in eine T-Kreuzung (2). Von dort hat man bereits gute Chancen, den melancholischen Gesang des Ortolans hören zu können.

 

Weiterhin ist für diese Art auch der nahe gelegene Waldrand interessant, an dem auch Halsbandschnäpper und Mittelspecht beobachtet werden können. Dafür muss man an der gerade beschriebenen T-Kreuzung nach rechts abbiegen und an der nächsten Möglichkeit nach links in Richtung Norden abbiegen. Kurz darauf ist man am Waldrand angelangt (3) und kann einem weiteren Pfad entlang des Waldrandes folgen. Nachdem man den Wald hinter sich gelassen hat, folgt man dem ersten möglichen Weg nach links, der kurz darauf wiederum in eine T-Kreuzung mündet. Ein letztes Mal muss der linke Pfad gewählt werden, danach sind es nur noch wenige hundert Meter bis zur besagten Baumreihe (1). Um die ersten Ortolanreviere zu erreichen, muss man mit mindestens drei Kilometern Wegstrecke rechnen. Wird zusätzlich noch der kleine Rundweg begangen, muss eine ganze weitere Stunde berücksichtigt werden.

GPS-Koordinaten:

(1) [49°57'17.29"N 10°18'47.74"E]

(2)  [49°57'56.93"N 10°18'36.52"E]

(3) [49°58'7.22"N 10°18'34.51"E]

P  [49°57'20.78"N 10°19'23.52"E]


Quellen:

Christoph Moning, Christian Wagner: Vögel beobachten in Süddeutschland, Stuttgart 2012.