Neuigkeiten vom Mischsänger

Ein Monat zuvor hatte ich bereits berichtet, dass ich wieder einen Mischsänger an der Deponie Gaustadt wie im Jahr 2015 entdeckt hatte. (Einige Basisinformationen zu dem Vogel habe ich auf einer gesonderten Unterseite zusammengestellt.) Dabei hatte ich eigentlich geplant, den Mischsänger regelmäßiger als im letzten Jahr aufzusuchen, was allerdings - wie bei den meisten guten Vorsätzen - nicht geklappt hat. Lediglich in den letzten Tagen konnte ich ein wenig Zeit erübrigen, was sich letzten Endes auch gelohnt hat.

 

Das Wichtigste gleich am Anfang: Neben dem Mischsänger im "traditionellen" Revier hat auch ein weiterer Fitis in der Nähe ein Revier bezogen, der ebenfalls hin und wieder ein paar Strophen des Mischgesangs äußert. Im Erscheinungsbild ähneln sich zwar beide "Mischsänger" grundsätzlich, jedoch weist der Neuling wesentlich mehr Gelb- und Grünanteile im Gefieder auf, weshalb er etwas "gewöhnlicher" wirkt.

Mein hauptsächliches Ziel war es, viele Tonaufnahmen und Bilder beider Sänger anzufertigen, um diese so gut wie möglich zu dokumentieren. Ich wollte herausfinden, ob sich die Gesänge der beiden unterscheiden, was nicht so einfach zu beantworten ist, da Nummer 1 fast nie wie ein gewöhnlicher Fitis singt und die Noten im Mischgesang bei beiden annähernd identisch sind.

 

Auch auf die Rufe wollte ich genauer achten, jedoch sind beide Individuen normalerweise still, wenn sie nicht singen. Darin könnte möglicherweise die Antwort liegen, ob diese Vögel vielleicht nicht doch ein bisschen Taigazilpzalp DNA in sich tragen.

 

Jetzt aber zu einigen Tonaufnahmen ...

Mischsänger 1:

Mischsänger 2 (neues Individuum):

... und zu einem Sonagramm:

Schließlich komme ich noch zu einigen Bemerkungen über das Aussehen der beiden Laubsänger: Wie bereits erwähnt ist auch Nummer 2 grundsätzlich auffällig aufgrund seines braun-weißen Erscheinungsbilds, wobei eine größere Zahl von gelben und grünen Federn diesen Eindruck deutlich abschwächt.

Dabei wollte ich auch von Nummer 1 detaillierte Bilder anfertigen, was sich als sehr schwierig herausgestellt hat, da er sich anders als im letzten Jahr vorwiegend in Bereichen aufhält, die von den Wegen nicht eingesehen werden können. Daher konnte ich ihn nur recht kurz und oft nur aus größerer Distanz beobachten.

 

Trotzdem fällt hier auf, wie sehr sich das Gefieder vom Mai bis zum Juni verändert hat. Wirkte es, als ich ihn dieses Jahr zum ersten Mal gesehen hatte, noch überwiegend gräulich, so scheint die Oberseite wieder einfarbig braun zu sein wie im Juni 2015. Wahrscheinlich entsteht diese Aussehensveränderung durch die zunehmende Abnutzung der Federn.

Wie man sehen kann, bleiben diese Mischsänger nach wie vor rätselhaft, da sie bei jedem Besuch neue Fragen aufzuwerfen scheinen. Hoffentlich ist es in den nächsten Wochen möglich, den beiden Sängern noch einige Geheimnisse zu entlocken.

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